Geschrieben von: Website Owner
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06. September 2008
In einem Standart-linear-Schnittsystem findet man üblicherweise außer den MAZen noch einiges periphere Gerät. Da wäre ein Bildmischpult zur Auswahl der Signalquellen und zu Erzeugung von Blenden und Bildeffekten, ein Audiomischpult um die Tonquellen wie MAZen, Festplattenvideorecorder, CD-Spieler, DAT-Recorder usw. auf die Tonspuren des Recorders zusammen zu führen, eventuell ein Schriftgenerator für Texteinblendungen und Abspänne und vielleicht noch ein Digitales Video Effektgerät (DVE) mit dem 2D- und 3D-Manipulationen des Videobildes möglich werden.
Diese Gerätezusammenstellung will im geeigneten Moment, passend zur Bildkomposition die auf den Recorder aufgenommen werden soll, angesteuert werden.
In der Epoche der 2-Zoll-MAZ gab es schon eine Maschinensteuerung basierend auf einen 8080-Chip, namens AE600. Für die SONY U-Matic Familie gab es das passende Schnittsystem Convergence ECS-103.
Die heute gängigen Schnittsteuercomputer sind von der Firma SONY in verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich. Ein älteres System ist das BVE 900/910 mit dem sich ein Recorder und drei Zuspieler steuern lassen. Dabei ist ein Zuspieler nicht unbedingt eine MAZ, es kann auch ein DVE oder ein DAT-Recorder sein. Der aktuelle Schnittsteuercomputer ist das BVE 2000 mit dem sich bis zu zwei Recorder und fünf Zuspieler steuern lassen, außerdem hat das BVE 2000 eine umfangreiche Schnittlistenverwaltung und man kann zwischen drei verschiedenen Tastaturen auswählen.
Der Schnittsteuercomputer Königsklasse ist das SONY BVE-9100. Bis zu acht Recorder und zwölf Zuspieler lassen sich mit diesem System steuern. Dieses Schnittsystem ist das einzige, das eine Festplatte zur Datenspeicherung von Schnittlisten, Settings, Systemprogramm usw. beinhaltet. Die Datenverwaltung und die Schnittlistenmanipulation sowie die Steuerfunktionen für die peripheren Geräte sind unendlich. Für dieses System gibt es zwei verschiedene Tastaturen.

Die Funktion eines solchen Schnittsteuercomputer ist es nicht Video- oder Audio-Signale zu verarbeiten. Der Schnittsteuercomputer ist die zentrale Fernbedienung für die meisten Geräte im linearen Schnittplatz. Der Operator gibt den Timecode für den Schnittpunkt auf dem Recorder und Zuspieler ein, er bestimmt ob ein harter Schnitt oder eine Blende am Schnittpunkt passieren soll oder wird eine Schrift eingeblendet oder ein Abspann gestartet. Die Daten über die Schnittquelle, Timecode, Schnitt, Blende, Key, etc. werden von den meisten Schnittsteuercomputern automatisch in einer so genannten Schnittliste gespeichert. Diese Schnittliste ermöglicht es, schon durchgeführte Schnitte exakt zu wiederholen oder zu modifizieren. Diese Schnittlisten lassen sich auch im- und exportieren um eventuell auf anderen Schnittsystemen wie z. B. auf einem nichtlinearen Schnittsystem mit den zum Film passenden Schnittdaten den Film weiter zu bearbeiten. Große Projekte, die auf einem nicht linearen Schnittsystem in einer nicht sendbaren Bildqualität geschnitten wurden, können auf einem linearen Schnittsystem mit einem Schnittsteuercomputer in einer sendbaren Bildqualität nachgeschnitten werden