schließen

Diese Website wird verantwortet von: 

Dirk Eubel
Karl-Marx-Allee 112
D-10243 Berlin

Mobile: +49 171 68 67 450

Impressum

Audio Aussteuerung von Fernsehbeiträgen (nicht Fiktion)

Drucken
AddThis Social Bookmark Button

Bei der Audioaussteuerung in Fernsehbeiträgen gilt es zu Beachten, einerseits die technischen Regeln sicher zu stellen und andererseits eine Audioaussteuerung, die für unsere Wahrnehmung ausgewogen ist zu erstellen. Also der Begleitkommentar in einem Fernsehbeitrag nicht lauter oder leiser wirkt als Musik- und Originaltoninhalte oder umgekehrt. Insbesondere machen die Übergänge zwischen den verschiedenen Inhalten Probleme.

Zur Messung wird die in allen Rundfunkanstalten und vielen Studios weit verbreitete Meßmethode „Spitzenspannungsanzeige nach DIN 45406“ verwendet. Der Grund liegt darin, weil so ein unproblematischer Programmaustausch mit technisch einwandfreien Material gewährleistet ist.

 

Die 0 dB-Marke entspricht einer Effektivspannung von 1,55 V bzw. + 6 dBu. Entsprechend der Wahrnehmbarkeit von Verzerrungen ist bei der Anzeige von Analogsignalen eine Integrationszeit von 10 ms üblich, bei Digitalsignalen beträgt sie wegen der erhöhten Verzerrungsgefahr 1 oder 0,1 ms. Um die Anzeige sinnvoll ablesbar zu machen, beträgt die Rücklaufzeit 1,5 s pro 20 dB. Dies führt dazu, dass der angezeigte Pegel durchschnittlich höher ist als der tatsächliche und kürzere Signalpausen als 1 s fast völlig ignoriert werden.

 

So eine Spitzenspannungsanzeige berücksichtigt aber nicht das Frequenzspektrum einer Signalquelle. Deshalb ist die Audioaussteruerung nicht ausschließlich mit so einer Spitzenspannungsanzeige möglich. Hierzu hat man die Loudnessanzeige entwickelt. Diese Loudnessanzeige berücksichtigt die menschliche Hörkurve bei der der empfindlichste Frequenzbereich zwischen 4 und 5 kHz liegt. Die Frequenzbewertungskurve der Loudnessanzeige ist entsprechend eingestellt. (Siehe Grafik). Das Frequenzspektrum zwischen 20 und 1000 Hz wird weniger bewertet als das Frequenzspektrum zwischen 1 und 15 kHz.

 

Frequenzbewertungskurve Loudnessanzeige

 

Praktisch bedeutet das, wenn Begleitkommentar auf Musik folgt, bei gleicher Spitzenaussteuerung bis 0 dB, wirkt der auf die Musik folgende Begleitkommentar deutlich leiser. Wenn man keine Loudnessanzeige hat, dann sollte man den Pegel der Musik einige dB leiser einstellen als der bei 0 dB ausgesteuerte Begleitkommentar. Hierbei ist Musik nicht gleich Musik, in Abhängigkeit von der Instrumentierung, vom Gesang und dem Dynamikumfang gibt es große Unterschiede in der psychoakustischen Wirkung. Deshalb:

 

Viel wichtiger bei der Audio-Aussteuerung ist natürlich das Hören mit den eigenen Ohren, man sollte eine ausgewogene Aussteuerung zwischen den verschiedenen Audioinhalten erstellen um eine gleichmäßigen Höreindruck zu erhalten. Das ganze im Rahmen der technischen Vorschriften und der Berufserfahrung.

Noch was zur Psychoakustik:

 

Der Verlauf der menschlichen Hörschwelle ist logischerweise umgekehrt zur Loudness-Frequenzbewertungskurve:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Psychoakustik